Donnerstag, 1. Dezember 2022

Stille Nacht, niemand kracht - die etwas andere Weihnachtsgeschichte

Advent, Advent! Kranz und Kerzenlichter. Besinnliche Stunden im Kreis der Lieben. In wenigen Wochen ist wieder Weihnachten. Das Fest des Friedens und der Liebe, aber auch der Geschenke. Vor allem der Geschenke! Für die Kinder, die Oma und den Opa, die Tanten und die Onkel. Für die Freunde.
Ich weiß auch schon ganz genau, was ich mir selbst wünsche: Geräusche. Ja, Sie haben richtig gelesen, aber ich muß das wohl erklären. Wer kennt sie nicht, die spontanen und nicht immer ganz feinen Töne des Lebensgefährten: Beim Essen und Trinken, beim Lieben und beim Schlafen. Ich habe mich daran gewöhnt. Meine Partnerin offenbar nicht. Sie ist auf und davon. Nun herrscht sausende Stille. Ich bin allein und fühle mich deprimiert. Niemand schmatzt, schlabbert und rülpst. Keiner jauchzt oder schnarcht. Nicht auszuhalten!
Doch bald gibt es Abhilfe: Sie ist rund, aber nicht dick. Hat man sie einmal bezahlt, steht sie jederzeit zur Verfügung. Immer wieder. Fast eine Stunde lang gibt sie ihr Bestes, um auch den Anspruchsvollsten zufrieden zu stellen.
Es handelt sich um eine CD für einsame Singles mit einer großen Auswahl an vertrauten Tönen vergangener Zweisamkeit.
Der passende Titel lautet: "Nie mehr allein!"
Und das Schönste: Man kann sie jederzeit abschalten.
 
Nachtrag
Wann es die CD zu kaufen gibt und was sie kostet, ist noch nicht bekannt.


Freitag, 11. November 2022

Eine ganz besondere Blog-Suchmaschine

Ja, Dr. Schräg am Apparat!

Anrufer: Guten Tag, Herr Doktor!

Dr. Schräg: Guten Tag! Wie kann ich Ihnen helfen?

Anrufer: Ja, also ... also ich bin derjenige mit der eigenen Hompaitsch ...  Sie haben mir damals geraten, dass ich bei den Angaben über mich immer bei der Wahrheit bleiben soll.

Dr. Schräg: Ja, jetzt erinnere ich mich. Als schon etwas älterer Alleinstehender mit eigener Homepage hofften Sie darauf, mehr Chancen bei Frauen zu haben. Sind Sie meinem Rat gefolgt?

Anrufer: Natürlich, Herr Doktor. So richtig gefunkt hat es bisher aber noch nicht und deshalb hat mir mein Sohn noch zusätzlich einen Block oder wie das heißt eingerichtet.

Dr. Schräg: Sie meinen ein Blog.

Anrufer: Ja, ich schreibe darin etwas über mich, z.B. was ich für ein toller Hecht bin, und die Frauen können mir dann ganz direktemang Fragen stellen und überhaupt ...

Dr. Schräg: Und überhaupt?

Anrufer: Also, man kann doch mit einem Block viel mehr machen als mit einer Hompaitsch. Vielleicht wird das dann endlich mal was. Ich will doch ab und zu ein bisschen Spaß haben und ich bin ja wirklich noch ganz rüstig - auch da unten!

Dr. Schräg: Ach, so ist das. Ich verstehe. Was kann ich denn jetzt konkret für Sie tun?

Dienstag, 8. November 2022

Geschwellte Brüste

Eine Literaturseite im Internet (Auszug):

... Ende des vorigen Jahrhunderts erblickte ich das Licht dieser Welt und darf jetzt mit Stolz geschwellter Brust behaupten schon 24 Jahre Lebenserfahrung vorweisen zu können. Ich habe mittlerweile eine gewisse Liebe zur Rechtschreibung entwickelt, Fehler aller Art sind mir ein Graus. Lasst euch deshalb nicht abschrecken, wenn schon mal längere Listen mit Korrekturvorschlägen unter euren Storys erscheinen, ich will euch nicht mobben, sondern nur die deutsche Sprache pflegen.
Konstruktive (!) Kommentare sind mir immer willkommen ...
T.
(xyz@gmx.de)
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Von: Fred Lang
An: xyz@gmx.de
Gesendet: Samstag, 5. November 2022 15:46
Betreff: Rechtschreibfehler


Liebe T,
ich hoffe, du bist mir nicht böse, wenn ich dich auf einen Rechtschreibfehler in deiner Vita aufmerksam mache. Bei deinem hohen Anspruch, den ich übrigens sehr lobenswert und nachahmenswert finde, ist dies sicher auch in deinem Sinne.
 
Zitat:
"… und darf jetzt mit Stolz geschwellter Brust behaupten …"
Falsch:  "mit Stolz geschwellter Brust"
Richtig: "mit stolz geschwellter Brust"
 
Das Wort "stolz" ist in diesem Fall ein Adjektiv und kein Substantiv!
Viele Grüße
Fred
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Von: xyz@gnx.de
An: fred.lang.info@web.de
Gesendet: Samstag, 5. November 2022 16:30
Betreff: Re: Rechtschreibfehler


Hallo Fred,
danke für die Korrektur, da hast du wohl vollkommen recht. Ich achte sehr auf Rechtschreibung, aber ich denke, in meinen jungen Jahren ist es noch verzeihlich, auch mal einen Fehler zu machen. Alternativ hätte ich wohl schreiben können: "mit von Stolz geschwellter Brust". Werde das auf jeden Fall ausbessern.
LG
T.
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Von: Fred Lang
An: xyz@gmx.de
Gesendet: Samstag, 5. November 2022 17:24
Betreff: Re: Re: Rechtschreibfehler


Liebe T.,
freut mich, dass du meine Kritik so positiv aufnimmst. Übrigens ist es auch in reiferen Jahren verzeihlich, mal einen kleinen Fehler zu begehen. Man sollte ihn aber nach Möglichkeit wieder gut machen. Leider muss ich dich jetzt schon wieder korrigieren.

Falsch: "mit von Stolz geschwellter Brust"
Richtig: "mit vor Stolz geschwellter Brust"

So langsam wird das mit den geschwellten Brüsten richtig lustig, findest du nicht auch?
LG
Fred
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Bisher habe ich noch keine Antwort erhalten.
Mein Fazit: Mit Humor soll man nicht spaßen.

Dienstag, 1. November 2022

Ein ganz besonderes Blogverzeichnis

Ja, Dr. Schräg am Apparat!

Anrufer: Guten Tag, Herr Doktor!

Dr. Schräg: Guten Tag! Wie kann ich Ihnen helfen?

Anrufer: Ja, also ... also ich bin derjenige mit der eigenen Hompaitsch ... also Sie haben mir damals geraten, dass ich bei den Angaben über mich immer bei der Wahrheit bleiben soll.

Dr. Schräg: Ja, jetzt erinnere ich mich. Als schon etwas älterer Alleinstehender mit eigener Homepage hofften Sie darauf, mehr Chancen bei Frauen zu haben. Sind Sie meinem Rat gefolgt?

Anrufer: Natürlich, Herr Doktor. So richtig gefunkt hat es bisher aber noch nicht und deshalb hat mir mein Sohn noch zusätzlich einen Block oder wie das heißt eingerichtet.

Dr. Schräg: Sie meinen ein Blog.

Anrufer: Ja, ich schreibe darin etwas über mich, z.B. was ich für ein toller Hecht bin, und die Frauen können mir dann ganz direktemang Fragen stellen und überhaupt ...

Dr. Schräg: Und überhaupt?

Anrufer: Also, man kann doch mit einem Block viel mehr machen als mit einer Hompaitsch. Vielleicht wird das dann endlich mal was. Ich will doch ab und zu ein bisschen Spaß haben und ich bin ja wirklich noch ganz rüstig - auch da unten!

Sonntag, 16. Oktober 2022

Neueste Nachrichten aus der Genforschung

Amerikanischen Wissenschaftlerinnen ist es kürzlich gelungen, einen Mann zu schrumpfen! Ihrer Meinung nach überflüssige Körperteile wurden im Verlauf des Forschungsprogramms radikal weggezüchtet. Angeblich soll der kleine Kerl ab sofort immer zuverlässig und ohne die bekannten Risiken und Nebenwirkungen funktionieren.

Hier die Werbung der geschäftstüchtigen Forscherinnen für ihr neues Produkt:
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Attention Woman!
VIBRATORS ARE A GIRLS BEST FRIEND!
This vibrator will give you an orgasm!
Your satisfaction is GUARANTEED! Or your money back!
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 Hier ein Foto (Ausschnitt)

  Originalgröße: Breite 2 cm, Länge 4,5 cm, Ø 1,5 cm
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Fred meint dazu:
Die auffallende Ähnlichkeit mit dem primären Geschlechtsorgan eines menschlichen Männchens ist verblüffend. Es handelt sich aber um ein gentechnisch verändertes Exemplar der Gattung "Homo sapiens maskulinus"!
Die Haltbarkeitsdauer beträgt ca. sechs Monate. Eine Aufbewahrung im Kühlschrank wird empfohlen. Vor Gebrauch etwas massieren, aber bloß nicht zu lange!  ;-) 

Warnung!
Der kleine Mann ist schon nach kurzer Zeit fix und fertig. 
Schlechtes Preis/Leistungsverhältnis. Nur bedingt empfehlenswert.

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Nachstehend eine Auswahl von Zuschriften enttäuschter Frauen:

Hallo Fred,
ich bin leider auf diese irreführende Werbung hereingefallen und habe überhaupt nichts gespürt, obwohl ich mich ganz genau an die Gebrauchsanweisung gehalten habe. Die 98 Euro für den 6er-Pack habe ich auch nicht wieder zurückbekommen. Schade, dass ich deine Warnung vor diesen üblen Geschäftemacherinnen nicht früher gelesen habe!
Bettina F., 38 Jahre, aus Buxtehude

Sehr geehrter Herr Internetmaster!
Ich habe ganz zufällig im Beipackzettel gelesen, dass der Vibrator nur äußerlich angewendet werden darf. 
Ich kapiere das nicht. Er kann dann ja gar nicht bei mir da unten - Sie wissen schon wo - so richtig innen drin  loslegen. Was soll ich jetzt bloß machen? Nun habe ich das viele Geld ganz umsonst ausgegeben!
Elfriede K., 74 Jahre, aus Bochum

Lieber Fred,
nachdem ich die Lustbringer vorsichthalber in der Mikrowelle sterilisiert und sie dann alle sechs auf einmal - wenn schon, denn schon! - bei mir eingeführt habe, sind sie leider nach wenigen Zuckungen verstorben. 
Irgendwie tut mir das jetzt Leid. Bei mir haben die kleinen Kerlchen keine Chance gehabt.
Marion L., 29 Jahre, aus Dresden

Verehrter Webmaster!
Endlich kann ich wieder beruhigt schlafen. Sie sind aus edlen Motiven, aus Sorge um die Frauen, die im Begriff sind, die verkehrte Wahl zu treffen, an die Öffentlichkeit gegangen. Das ist wahre Nächstenliebe, die Ihnen hoch anzurechnen ist. Man muß diesen Frauen allerdings verzeihen, weil, es gibt ja nur wenige Männer, besonders in reiferen Jahren, die noch voll "ihren Mann stehen".
Ute (alias Berta von Magenkrampf), 65 Jahre, aus Walsrode

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Was Männer dazu meinen:
Hallo Fred, das kommt davon, wenn Frauen nicht auf richtige Männer stehen!
Viele Grüße, Al Farngeld aus Hamburg




Sonntag, 9. Oktober 2022

Anmerkungen zur „Duldungsstarre“ bei weiblichen Schweinen

Mit weitreichenden Folgen - auch im zwischenmenschlichen Bereich!

Wie Eingeweihten bekannt, bewirkt ein Duftdrüsen-Sekret des Ebers bei brünstigen Säuen eine völlige Apathie. Für seine eindeutigen Absichten ist das eine sehr geeignete Verhaltensweise, kann er sich doch erst jetzt seiner immer schönen und auch so wichtigen Lieblingsbeschäftigung ungestört widmen. Es handelt sich hierbei um die so genannte Duldungsstarre.
Nach neuesten Forschungsergebnissen aus den USA steht nun eine auch im zwischenmenschlichen Bereich anwendbare Variante des schweinischen Duftstoffes in Kürze vor dem Durchbruch. Allerdings regen sich schon erste Proteste gegen die Markteinführung. Ethisch, moralische Bedenken sind auch angebracht, wenn man bedenkt, dass in der praktischen Anwendung dem menschlichen Eber nur wenige Tropfen genügen, um ungehemmt seinen schweinischen Trieben frönen zu können.

Montag, 5. September 2022

Eine wundersame Wandlung

 

 Copyright by Michael Blümel

Vom Steh- zum Sitzpinkler!

Hermann L. hatte 61 Jahre lang auch nicht im Entferntesten an die Möglichkeit gedacht, dass etwas plötzlich nicht mehr so einfach und selbstverständlich laufen würde, wie er es bisher gewohnt war. So ganz nebenbei konnte es in letzter Zeit allerdings schon mal passieren, dass der eine oder andere Tropfen sozusagen "verloren“ ging und auch die Meisterschaft früherer Jahre in bezug auf Intensität und absolute Treffsicherheit wurde nur noch selten erreicht. Bei diesen traurigen Anlässen dachte er voller Wehmut an die kindlichen "Doktorspiele" zurück, in deren Verlauf alle daran beteiligten Jungen bis auf eine Ausnahme - Phimose im postoperativen Stadium - den Mädchen in der sportlich durchgeführten Disziplin des so genannten "Weit- und Zielstrullens" deutlich überlegen waren. Dies führte dann oft zum sofortigen Abbruch der im übrigen hoch interessanten Übungen, da die Verliererinnen durch diese häufigen Niederlagen sehr frustriert waren und jegliches Interesse an noch weitergehenden Forschungen, bzw. mehr allgemeinen Untersuchungen verloren hatten.

An dieser Stelle soll auch kurz auf die in jüngerer Zeit allerdings heftig umstrittene "Penisneid-Theorie" von Altmeister Siegmund Freud hingewiesen werden, wonach Frauen zumindest zeitweise den Männern ihr primäres Geschlechtsorgan nicht gönnen und es lieber selbst hätten. Auch in späteren Jahren hatte das Bild eines aufrecht stehenden und versonnen vor sich hin strullenden Mannes für L. eine gewisse Faszination. Vor allem dann, wenn der bernsteinfarbene Strahl in einem langen und schönen Bogen genau in das vorgesehene Ziel traf. Dies alles vermittelte ihm ein Gefühl großer Gelassenheit, ja sogar einer gewissen Souveränität im Umgang mit der normalerweise eher banalen Verrichtung.
Besonders schöne Erinnerungen hatte er an die nicht gerade seltenen Gelegenheiten, wenn er diesem dringenden Bedürfnis in der Natur freien Lauf lassen konnte. Vielleicht spielten hierbei auch gewisse Urinstinkte eine nicht zu unterschätzende Rolle. Gehört doch im Reich der Säugetiere die Markierung des eigenen Herrschafts- und Einflussbereiches zu den vordringlichsten und wichtigsten Verhaltensweisen des Männchens. Vollends erhärtet wird diese Ansicht durch das im Verlaufe dieses Rituals geradezu automatische Aufsuchen eines Baumes, der einerseits als markanter Duftträger dient, andererseits zusätzlich aber auch einen gewissen Schutz vor eventuellen Angriffen ehemaliger und somit besonders eifersüchtiger Revierinhaber bietet. Schließlich befindet Mann sich doch in einer vergleichsweise wehrlosen Position, die zu einem heimtückischen Überfall ermutigen könnte. Es soll auch schon Bisse tollwütiger Füchse gegeben haben.

An diesem für Hermann L. denkwürdigen Abend im November befand er sich plötzlich und vollkommen unerwartet selbst in einer Situation, von der er bis dato nur vom Hörensagen Kenntnis hatte.

Mittwoch, 24. August 2022

Alles nur ein Missverständnis?

Die Welt funktioniert nur durch das Missverständnis. Eben durch dieses universale Missverständnis bringt sich jeder mit dem anderen in Übereinstimmung.

Charles Baudelaire (1821 – 1867).

Das Geheimnis intakter zwischenmenschlicher Beziehungen beruht nach dem französischen Dichter auf einem Missverständnis: dem fehlenden Wissen über die Differenzen und nur der bloßen Vermutung einer Übereinstimmung. Obwohl sie in Wirklichkeit gar nicht oder nur eingeschränkt existiert. Wenn man sich wirklich verstünde, wäre zwar das Missverständnis beendet, aber auch das gute Einvernehmen.
Es ist demnach also nur eine Illusion, wenn wir einander zu verstehen glauben. Und wir wären tief enttäuscht, oft auch sehr verletzt, wenn diese Annahme eines Tages wie eine Seifenblase zerplatzen würde. Und das, obwohl wir uns doch schon so lange kennen. Aber gerade darin bestand unser Irrtum, der nun aufgeklärt ist.
Ich muss gestehen, dass ich lange darüber nachgedacht habe. Und noch immer schrecke ich vor der Annahme dieser kalten, aber zwingenden Logik zurück. Es ist doch so angenehm und schmeichelt dem Ego, wenn man sich von seinen Mitmenschen verstanden glaubt, mit den meisten keine oder nur geringfügige Probleme hat und von einigen sogar geliebt wird. Vielleicht sollte man es bei diesem Missverständnis belassen. Alles zu wissen hat offenbar auch seine Schattenseiten. Was meint ihr?

 

 

Montag, 1. August 2022

Natursprung oder Lustverzicht?

In einer Zeit, in der Worte und Begriffe wie zum Beispiel „Klonen“ oder „Künstliche Befruchtung“ die Gemüter erregen und immer öfter zu kontroversen Diskussionen führen, wird folgerichtig in naher Zukunft auch der sogenannte "Natursprung", bei dem die Befruchtung noch auf herkömmliche Weise vor sich geht, mit Blick auf die drohende Überbevölkerung immer mehr infrage gestellt werden.
Fast alle Züchter von Großvieh praktizieren übrigens schon lange aus Gründen der Rentabilität und der Risikominimierung ausschließlich die künstliche Besamung.
Wer schon einmal Kühe dabei beobachtet hat wie sie beim Deckakt, ohne das Wiederkäuen auch nur für einen Moment zu unterbrechen, ausgesprochen gelangweilt auf die emsigen Bemühungen des Stieres reagieren, der kann sich nur freuen, wenn ihm selbst solche doch sehr frustrierenden Erfahrungen mit seiner Partnerin bisher erspart geblieben sind.
Nachdenkliche Zeitgenossen stellen sich dennoch früher oder später die Frage: „Natursprung oder Lustverzicht?“ Vielleicht sind Lustgefühle ja auch für uns Menschen künftig entbehrlich. Was wird nicht alles kreuz und quer und "auf Teufel komm raus" herumgebumst - mit sehr bedenklichen Folgen im Hinblick auf das geradezu explosionsartige Anwachsen der Weltbevölkerung!
Nun verfügen Menschen ja im Gegensatz zu Tieren über eine wesentlich höhere Intelligenz und sie wären demnach durchaus in der Lage, durch Lustverzicht eine Bevölkerungsexplosion zu vermeiden. Dies geht sicher nicht von heute auf morgen und wiederkäuen müssten die Frauen dann auch noch lernen.

Donnerstag, 21. Juli 2022

 Meine ganz spezielle Ringelnatz-Seite

Allerneueste Forschungsergebnisse (Teil 1)

Logik

Die Nacht war kalt und sternenklar,
da trieb im Meer bei Norderney
ein Suahelischnurrbarthaar.
Die nächste Schiffsuhr wies auf drei.

Mir scheint da mancherlei nicht klar,
man fragt doch, wenn man Logik hat,
was sucht ein Suahelihaar
denn nachts um drei am Kattegat?

Joachim Ringelnatz

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Das von Literaturwissenschaftlern bisher als rein fiktiv eingestufte Suahelischnurrbarthaar aus dem Gedicht „Logik“ von Joachim Ringelnatz wurde am Strand der Insel Norderney von mir bei einem Spaziergang entdeckt! 
Übersät mit in der Morgensonne glitzernden Wassertropfen lag es – zu einem Fragezeichen geringelt – auf einem flachen Stein. Dies könnte ein bedeutsamer Hinweis darauf sein, dass auch das Haar selbst nicht wusste, was es all die Jahre eigentlich im Meer zu suchen hatte. Eine Haar-Analyse ergab übrigens keine Drogenrückstände! So bleibt die Frage nach dem Motiv wohl für immer ein Geheimnis.
Logisches Denken ist sowieso nur selten der richtige Weg, um ein Rätsel zu lösen und kann, wie im vorliegenden Fall, sogar in die Irre führen. Ich bitte, diese Anmerkung aber keinesfalls als Kritik an der doch sehr verständlichen Neugier des von mir hochverehrten Dichters aufzufassen. 
Experten für Völkerkunde haben inzwischen die Echtheit des Fundes bestätigt und sein Alter auf etwa 100 Jahre festgesetzt!
Zur Zeit liegt das von dem weltbekannten Hairstylisten Alfredo Longo äußerst schonend gewaschene und geföhnte Prachtexemplar einbruchsicher in meinem Safe. Auf künftigen Buchmessen in Frankfurt und Leipzig wird es einer interessierten Öffentlichkeit präsentiert, bevor es dann bei SOTHEBY’S in London endgültig versteigert wird. Gebote können aber auch jetzt schon bei mir abgegeben werden!
Das Fundstück
 

Wehmütiger Kommentar einer von mir sehr geschätzten Dichterfreundin aus dem fernen Griechenland:

Suahelischnurrbarthaardichterschmerz

Ein Dichter aus dem Alten Land
Krabbelt in aller Herrgottsfrühe
Über der Nordsee feuchten Strand;
Lohnte sich diese Morgenmühe?

Gebettet zwischen Teer und Sand
Fand er ein schwarzes Schnurrbarthaar
Das sich dort ringelnatzend wand
Bebend vor der Flut Gefahr.

Glasklar hat der Poet erkannt,
dies Haar kommt aus vergangnen Tagen’
Er rettet’ es mit zarter Hand,
Es liebevoll nach Haus zu tragen.

Doch dann gewinnt die Oberhand
In des Finders Dichterdenken
Leider der praktische Verstand:
‚Ich habe doch nichts zu verschenken!’

Das Haar das er im Sande fand
Kommt ganz prosaisch unter’n Hammer:
Nun kriegt’s ein reicher Ignorant
Zu aller armen Dichter Jammer.

Copyright by Melitta Kessaris


Melitta Kessaris, ich und sicher auch Joachim Ringelnatz freuen sich über die nachstehenden Zeilen:

Hallo Fred,
war gerade googelnderweise in Sachen Suahelischnurrbarthaar unterwegs im Netz und bin dabei auf Deine Seite gestoßen.
Einfach genial, die Geschichte mit dem Haar, die Du da geschrieben hast. Was Melitta daraus gemacht hat, ist auch sehr beeindruckend.
Danke dafür und schöne Grüße aus dem Elsass.
Christian Schill
Christian-Schill@web.de


Hier einige Informationen, die ich meinen Besuchern nicht vorenthalten möchte:

Ursprüngliche Nachricht —
Von: „Frank Moebus“ <frank.moebus@phil.uni-goettingen.de
An: „Fred Lang“ <fred.lang@t-online.de
Betreff: Suahelischnurrbarthaar gefunden!
Haben Sie sehr herzlichen Dank, lieber Herr Lang!
Freilich muß ich Sie enttäuschen: Besagtes Suahelischnurrbarthaar befindet sich schon seit 1919 im Archiv der Familie des Dichters. Es ist dem Joachim-Ringelnatz-Museum qua testamentarischer Verpflichtung längst zugesichert worden; die dafür dann neu einzurichtende Flachvitrine wird die Cuxhavener Friseur-Innung stiften.
Mit großem Bedauern
Ihr Frank Möbus
—————————-
Mein Kommentar:
Der inzwischen verstorbene Professor Dr. Frank Möbus war Vorstandsmitglied der Joachim-Ringelnatz-Stiftung, die das Cuxhavener Ringelnatz-Museum begründet hat.
Sein rührender Versuch, in letzter Minute eine Versteigerung zu verhindern, ist aber kein hinreichender Grund einen Besuch dieser Seite nicht wärmstens zu empfehlen: http://www.ringelnatzstiftung.de/
——————————————
—–Ursprüngliche Nachricht—– 
Von: Uwe Wagner
Betreff: Suahelischnurrbarthaar
Sehr geehrter Herr Lang,
ist Ihnen eigentlich schon aufgefallen, dass dem auch von mir hochgeschätzten Dichter ein gravierender Fehler unterlaufen ist? Ich führe ihn (den Fehler) jedoch unter der Rubrik „dichterische Freiheit“.
Ringelnatz hat den Schwimmort des Suahelihaares in das Meer bei Norderney gelegt, eine Insel der Nordfriesischen Inseln in der südlichen NORDsee. Das Kattegatt hingegen liegt auf der Westseite von Dänemark, somit im nördlichen Teil der OSTsee.
Mit freundlichen Grüßen
Uwe Wagner
54°13’38“N 09°30’44“E
—————————-
Mein Kommentar:
Sehr geehrter Herr Wagner,
bitte entschuldigen Sie meine etwas verspätete Antwort auf Ihren Hinweis, den ich mit großem Interesse gelesen habe und für den ich mich herzlich bedanken möchte. 
Ich war wieder einmal im Urlaub in Dänemark (Skagen). Diesmal habe ich allerdings nichts gefunden, was auch nur im Entferntesten mit Joachim Ringelnatz in Verbindung gebracht werden könnte. Die Mülltonne am Strand, in der ich den von aller Welt ja verloren geglaubten Bumerang entsorgt hatte, war übrigens leer. Inzwischen bedaure ich meine doch etwas allzu spontane Handlungsweise. Aber sie ist nun mal nicht mehr rückgängig zu machen und ich muss damit leben.
Nun zu Ihrer Frage. Nein, mir ist dieser gravierende Fehler bisher nicht aufgefallen, und wenn Sie gestatten, werde ich Ihre absolut zutreffende Richtigstellung auf meiner speziellen Ringelnatz-Seite veröffentlichen. 
Ich denke im Übrigen, dass damit dem Andenken an den von uns nach wie vor hochgeschätzten Dichter keinerlei Schaden zugefügt wird. Sollten Sie trotzdem Bedenken haben, so bitte ich um eine kurze Nachricht. 
Mit freundlichem Gruß
Fred Lang
—–
Ursprüngliche Nachricht
Von: Franz Kimmel
Betreff: Das Zankapfel-Schnurrbarthaar
Verehrter Herr Lang,
angeregt durch ein Thema im Yachtforum, wo fragwürdige Dichter Wüstes von sich geben, habe ich nach dem Suahelischnurrbarthaar in der Kattegattsuppe gesucht und den Beitrag des aufmerksamen Herr Wagner gefunden.
Dazu möchte ich als kleinkarierter Segler, dem eine fehlerfreie Navigation ein Anliegen ist, dem Zeigefinger hebenden Herrn Wagner zurufen: Wer im geogrphischen Glashaus sitzt, soll nicht mit Schnurrbarthaaren werfen.
Norderney ist eine Ostfriesische Insel und das Kattegatt liegt auf der Ostseite von Dänemark. außerdem gehört das Kattegatt nicht zur Ostsee, auch nicht zum nördlichen Teil. Aber sonst ist alles richtig.
Außerdem werde ich auf der nächsten Reise die Suche nach dem Haar einstellen, da ich ja auf Ihrer Seite erfahren habe, dass das Haar bereits ins Trockene gebracht wurde.
Mit freundlichen Grüßen
Franz Kimmel
_______________
Mein Kommentar:
Lieber Herr Kimmel,
vielen Dank für Ihre humorvolle Klarstellung des Sachverhalts.
Demnach steht also fest, dass Joachim Ringelnatz von seinem Recht auf dichterische Freiheit Gebrauch gemacht und die Ostfriesische Insel Norderney – vielleicht auch, weil es sich mit „hat“ gut reimt – kurzerhand ins Kattegat verschoben hat.
Nachstehend noch eine ergänzende Information:
„Norderney (Ostfriesisches Plattdeutsch: Nördernee) ist eine der Ostfriesischen Inseln im Nordwesten Deutschlands, die dem Festland des Bundeslandes Niedersachsen zwischen der Ems- und Wesermündung in der Deutschen Bucht vorgelagert sind.“
„Das Kattegat (niederländisch: „Katzenloch“, dänische Aussprache [?kad?gad]) ist das 22.000 km² große Meeresgebiet zwischen Jütland (Dänemark) und der schwedischen Westküste. Bei Skagen grenzt es an das Skagerrak.“
Quelle: Wikipedia
Im Übrigen freue ich mich, dass ich Ihnen durch die öffentliche Bekanntgabe meines Fundes eine mühevolle und vergebliche Suche ersparen konnte.
Mit freundlichem Gruß
Fred Lang
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Allerneueste Forschungsergebnisse (Teil 2)

Bumerang

War einmal ein Bumerang
War ein Weniges zu lang.

Bumerang flog ein Stück,
Aber kam nicht mehr zurück.

Publikum – noch stundenlang –
Wartete auf Bumerang.
Joachim Ringelnatz

Zwischen Skagerrak und Kattegat, an der Nordspitze Dänemarks, liegt die schmale Halbinsel Grenen. Hier prallen die Wellen von Nord- und Ostsee bei den dort oft herrschenden starken Winden mit großer Wucht aufeinander und auch die starke Strömung ist äußerst gefährlich. Eine Wattlandschaft in ständigem Wechsel: mal Land, mal Wasser.

Sensationeller Fund!


Als Landeplatz für den verschwundenen Bumerang aus dem gleichnamigen Gedicht von Joachim Ringelnatz ist diese geheimnisvolle und unwirklich anmutende Gegend wie geschaffen. Und immerhin bis hierher ist das um „ein Weniges zu lang“ geratene Wurfgeschoss geflogen. Jetzt wird auch klar, warum seine Rückkehr zum Ausgangspunkt seinerzeit nicht möglich war. 
Die schon damals hier herrschenden – fast immer äußerst ungünstigen – Wetterverhältnisse waren sicher die Ursache des Absturzes, und durch die große Wucht des Aufpralls drang der Bumerang tief in den Boden ein. 
Im Laufe der Zeit hatte sich zusätzlich eine dicke Schicht aus Sand und Geröll über dem Wurfgerät gebildet. Anscheinend ist sie erst vor kurzem durch eine sehr starke Gegenströmung wieder weggeschwemmt worden – was schließlich dann auch zu seiner Entdeckung geführt hat.
Dass es sich bei meinem Fund um den vor vielen, vielen Jahren auf die Reise gegangenen Bumerang handelt, steht für mich zweifelsfrei fest. Eine abschließende Begutachtung durch den bekannten Ringelnatzexperten Prof. Dr. Frank Möbus (Ehemaliges Vorstandsmitglied der Joachim-Ringelnatz-Stiftung) musste jedoch leider unterbleiben. Nach reiflicher Überlegung habe ich mich nämlich entschlossen, den für die literarische Welt gewiss sehr bedeutsamen Fund nicht der Öffentlichkeit zu übergeben, sondern ihn an Ort und Stelle zu entsorgen. Vor allem aber auch, um internationalen Verwicklungen vorzubeugen. 
Die Dänen sind auch über 70 Jahre nach dem Ende der Besatzungszeit nämlich immer noch mit Recht etwas empfindlich im Hinblick auf Geschosse und andere Kriegserinnerungen. Ein halb im Sand versunkener Betonbunker in unmittelbarer Nähe des Bumerang-Aufschlags kündet noch heute von der großen strategischen Bedeutung des Ortes zwischen Nord- und Ostsee.
Warum der Bumerang genau hier zu Boden ging, wird wohl für immer ein Geheimnis bleiben. Vielleicht wollte ja der Dichter schon damals unsere nördlichen Nachbarn durch den Wurf des Bumerangs vorwarnen. Ein nicht ganz von der Hand zu weisender Gedanke!
Ich hoffe, dass dieser interessante Aspekt vor allem von Professoren und Studenten der Literaturwissenschaft gebührend beachtet und in Kommentaren und gelehrten Abhandlungen entsprechend gewürdigt wird.
Gewisse Anwürfe in Verbindung mit der öffentlichen Versteigerung des von mir seinerzeit am Strand von Norderney gefundenen Suahelischnurrbarthaares, aber auch die bisher enttäuschend geringe Höhe des aktuellen Gebotes in Höhe von nur 47,11 Euro, erleichterten mir außerdem den Entschluss, meinen Fund ohne allzu große Gewissensbisse in die nördlichste Mülltonne Dänemarks zu werfen. Die Dänen mögen ihre schönen Strände gerne sauber!

——————-

Kommentar einer von mir sehr geschätzten Dichterfreundin aus dem fernen Griechenland:

Wühlzwang

Ein gewisser Dichter Lang
Hat einen sonderbaren Hang
Zum Wühlen in des Wattes Tang.

Er folgte seinem Stöberdrang
Und fand dort einen Bumerang:
Jedoch ein weniges zu lang.

Den dichterischen Überschwang
Er nur mit Mühe niederzwang;
Entsorgte ohne Sang und Klang
Ringelnatzens Bumerang.

Copyright by Melitta Kessaris
—————————————-
Hier eine gelungene Variante meines Dichterfreundes Werner Fritz aus dem nicht ganz so weit entfernten Bayern:

War einmal ein Bumerang,
war nicht zu kurz und nicht zu lang.

Bumerang flog ein Stück,
kam zurück – traf mein Genick!

Im Himmel schimpfte ich noch lang
auf den blöden Bumerang.

Copyright by Werner Fritz
werner.fritz@t-online.de

——————————————

Und noch eine schöne Variante:

Der Ringelnatz

 
Joachim wurd‘ die Zeit zu lang,
da warf er einen Bumerang.

Bumerang nicht faul,
flog Ringelnatz aufs Maul.

Ringelnatz noch stundenlang
dacht‘ an diesen Bumerang!
 
Winfried Gorny – sehr frei nach Ringelnatz.
bumerang.projekt@t-online.de

Zum Schluss noch der Beitrag einer Expertin für Sinnliches: Beatrice von Stein.

BUMERANG
-gefunden-

Genau betrachtet finde ich
er ist nicht zu lang für mich.

Und er bereitet mir viel Glück
drum geb’ ich ihn auch nicht zurück.

Denn schließlich hat mein Bumerang
einen Mann – hintendran!

 ©BvS

Dienstag, 12. Juli 2022

Jugend. Wo bist du geblieben?


Alamy Stock Fotos (Lizenz Re.-Nr.: IY01568325)

Gebt mir eine Chance, beim nächsten Mal klappt's bestimmt besser.
Bitte, bitte, bittee, bitteeee ...

Samstag, 9. Juli 2022

Kalte Wangen, heiße Zangen

 


Die etwas andere Art der Goldgewinnung.

An diesem nebligen und nasskalten Novembertag waren es 74 Jahre, 9 Monate und 27 Tage her, dass ein besonders energischer Samenfaden eines menschlichen Männchens sich in die eher passive Eizelle eines Weibchens bohrte. Nach kurzer Zeit verursachte dieser „Überfall“ eine enorme Zellteilung, die ihren Höhepunkt und vorläufigen Abschluss heute vor genau 74 Jahren durch eine so genannte Zangengeburt erreichte. Von diesem so praktischen Instrument wird auch gegen Ende dieser kleinen Geschichte noch einmal berichtet, dann allerdings von erheblich schmerzhafteren Begleitumständen für den Betroffenen.
Das Produkt all dieser Bemühungen, Johann K., lag auf der Krankenstation eines jener Altenheime, in denen vorwiegend nach der Devise: "Sauber, satt und still" im Umgang mit den bedauernswerten Insassen gehandelt wird. Herr K. hatte von Nachtschwester Ingeborg als Geburtstagsgeschenk eine Morphiumspritze bekommen und dämmerte nun relativ ruhig vor sich hin. Sein baldiger Abschied von einer Welt, in der er sich nie so recht wohl gefühlt hatte, stand unmittelbar bevor. Die ehemaligen Eigentümer jenes so eifrigen Samenfadens und der eher passiven Eizelle hatten schon vor längerer Zeit ihre Produktion eingestellt und waren bald darauf gestorben. Herr K. hatte gelegentlich versucht, seine Samenproduktion anzukurbeln, war damit aber bei den Eizellen erfolglos geblieben.

Freitag, 1. Juli 2022

Von Tauben, Falken und Granaten

 

Selbstreproduzierende Kleinflugkörper. Horror-Vision einer neuen Wunderwaffe.

Ausgerechnet die Brieftaube, seit urdenklichen Zeiten ein Symbol des Friedens und der Liebe, soll in naher Zukunft zu militärischen Zwecken eingesetzt werden. Wie aus gewöhnlich gut unterrichteten Kreisen zu hören ist, plant ein Staat, der in Bezug auf die Anwendung von Massenvernichtungswaffen zur Durchsetzung seiner Machtansprüche noch nie Skrupel gekannt hat, künftig in großem Stil den Einsatz von Brieftauben. Hinter vorgehaltener Hand wird von zunächst eintausend so genannten "Kleinkalibrigen Marschflugkörpern" gemunkelt. Oder KM, wie es im Militärjargon knapp und bündig heißt.
Normalerweise kehren Brieftauben nach ihren Ausflügen immer zu ihren heimischen Verschlägen zurück. Fieberhaft wird nun in geheimen Forschungslabors daran gearbeitet, dieses Verhalten zu eliminieren, weil aus bestimmten Gründen eine Rückkehr nicht wünschenswert ist und im Falle einer Zündverzögerung fatale Folgen für die eigenen Streitkräfte zu erwarten wären. Extrahierte und entsprechend aufbereitete Gene japanischer Kamikaze-Piloten, die sich im Zweiten Weltkrieg in selbstmörderischer Absicht auf amerikanische Kriegsschiffe stürzten, sollen übrigens bei der Züchtung dieser neuen Wunderwaffe eine nicht unerhebliche Rolle gespielt haben. Ein Kampfverband von entsprechend programmierten Vögeln soll nämlich bald in der Lage sein, militärische und zivile Ziele auszuspionieren, anzugreifen und zu vernichten. Nach dem Motto: „Gemeinsam sind wir stark!“, schließen sich die Tiere kurz vor dem Ziel eng zusammen und nach einem Sturzflug aus geringer Höhe ist alles vorbei.

Dienstag, 24. Mai 2022

Anmerkungen zur „Duldungsstarre“ bei weiblichen Schweinen

Mit weitreichenden Folgen - auch im zwischenmenschlichen Bereich!

Wie Eingeweihten bekannt, bewirkt ein Duftdrüsen-Sekret des Ebers bei brünstigen Säuen eine völlige Apathie. Für seine eindeutigen Absichten ist das eine sehr geeignete Verhaltensweise, kann er sich doch erst jetzt seiner immer schönen und auch so wichtigen Lieblingsbeschäftigung ungestört widmen. Es handelt sich hierbei um die so genannte Duldungsstarre.
Nach neuesten Forschungsergebnissen aus den USA steht nun eine auch im zwischenmenschlichen Bereich anwendbare Variante des schweinischen Duftstoffes in Kürze vor dem Durchbruch. Allerdings regen sich schon erste Proteste gegen die Markteinführung. Ethisch, moralische Bedenken sind auch angebracht, wenn man bedenkt, dass in der praktischen Anwendung dem menschlichen Eber nur wenige Tropfen genügen, um ungehemmt seinen schweinischen Trieben frönen zu können.
Nach allerneuesten Forschungsergebnissen - diesmal aus Belutschistan - arbeitet eine sehr engagierte Gruppe von Forscherinnen an der Extrahierung eines Duftdrüsen-Sekrets, nun aber vom weiblichen Schwein, welches dem schnüffelnden Eber Lustmangel und fehlende Empfängnisbereitschaft signalisiert. Bisher haben die Eber entsprechend reagiert und sind leicht frustriert davongezogen. Wie sich allerdings Versuchspersonen männlichen Geschlechts verhalten werden, ist noch nicht endgültig geklärt. Es steht zu vermuten, dass zumindest einigen Exemplaren dieser Gattung die vom Objekt ihrer Begierde vorgetäuschte Lustlosigkeit oder gar die mangelnde Empfängnisbereitschaft völlig schnuppe sind, und sie sich ganz auf die Wirkung ihrer eigenen, vermutlich teuren Tropfen, verlassen werden.
Nun ist es auch nicht jedermanns Sache, sich mit einer erstarrten und völlig apathischen Frau zu vergnügen. Und was einem Schwein recht ist, sollte auch einem Menschen billig sein. Was würde uns sonst von den im Übrigen recht sympathischen Tieren unterscheiden?
Inzwischen ist auch bekannt, dass das schweinische Herz dem menschlichen aus medizinischer Sicht sehr ähnelt; ja, dass sogar schon seine Transplantation von fortschrittlichen Chirurgen ins Auge gefasst wird. Bisher allerdings nur in einer Richtung: zum Wohle des menschlichen Patienten und nicht umgekehrt! Warum eigentlich nicht? Die Frage sei erlaubt, aus welchen ethischen oder moralischen Gründen man einem armen, herzkranken Schwein das lebensrettende menschliche Gegenstück nicht implantieren sollte. Zumal alle schweinischen Menschen ja sowieso schon ideale Voraussetzungen erfüllen und post mortem wenigstens einmal etwas Gutes bewirken könnten. Man wird dann allerdings damit rechnen müssen, dass bestimmte eher wirtschaftlich orientierte Gruppen sich vehement gegen diese humane Idee wenden werden. Ich denke da natürlich in erster Linie an die Fleischwarenindustrie, die starke Umsatzeinbußen befürchten muss. Wer isst noch Schweinefleisch, wenn in der Brust des ermordeten Tieres ein menschliches Herz geschlagen hat? Im umgekehrten Fall könnten nur Kannibalen die Frage definitiv beantworten, die aber schon rein zahlenmäßig für die Industrie nicht so wichtig sind.
Wie man sieht, ist das ganze Thema sehr komplex und meine Anmerkungen dazu sind nur als kleines Mosaiksteinchen im großen Puzzle gedacht. Vielleicht ist eine verständnisvollere Einstellung gegenüber unseren schweinischen Artgenossen ja ein erster Schritt zur Annäherung.