Mittwoch, 1. Februar 2023

TV-Sender sucht Supertier des Jahres

 Auszug:

"Haben Sie vielleicht einen Vogel, den Sie schon immer mal Ihren Mitmenschen zeigen wollten oder kennen Sie ein Schwein, das Pfötchen gibt?
Dann melden Sie sich doch einmal bei uns mit einer kurzen Beschreibung und einem Foto Ihres Lieblings."

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Meine Bewerbung:
Original Message
From: Fred Lang
To: supertier@hamburg1.de
Sent: Wednesday, February 05, 20xx 8:14 PM
Subject: Bewerbung

Hallo Redaktion Hamburg 1 TV,
im Anhang schicke ich Ihnen ein Bild von unserem Frosch. Er heißt Herbert und wohnt seit zwei Jahren bei uns. Im Sommer hält er sich in unserem Gartenteich auf.  Aber wenn es kalt wird, dann bieten wir ihm ein gemütliches Plätzchen in einem speziellen Terrarium. Herbert ist ganz wild auf Bier und dann kann er etwas später auf Kommando im wahrsten Sinn des Wortes abblitzen. Wir haben auch schon schöne Video-Aufnahmen davon gemacht. Man muss aber etwas Geduld haben, weil er sich manchmal etwas Zeit lässt und deshalb ist es mit Video leichter, als mit einer normalen Kamera.
Mit freundlichen Grüßen
Familie Lang aus dem Alten Land an der Elbe

Copyright by Fred Lang

Nachtrag
Hallo Redaktion!
Meine Frau hat gerade gesagt, dass ich in meiner Mail was Wichtiges vergessen habe. Nämlich, dass Herbert dann immer fast dreieinhalb Meter weit springt. Leider haben wir davon kein Foto, weil es immer so schnell geht und wir auch nicht wissen, wo er dann genau landet. Es ist jedesmal woanders hin. Aber Sie können das mit Ihren tollen Kameras sicher besser als ich. Ich habe nämlich nur eine Olympus.
Viele herzliche Grüße!
Fred Lang und Familie
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Antwort der Redaktion
Original Message
From: Patricia T.
To: Fred Lang
Sent: Thursday, February 06, 20xx 1:37 PM
Subject: Herbert

Liebe Familie Lang,
vielen Dank für Ihre e-mail und das niedliche Foto von Herbert!
Unsere Supertier-Jury ist ganz gespannt auf Ihren Frosch und würde sich freuen, Herbert und Ihre Familie kennenzulernen. Welche Tricks beherrscht er genau? Wie alt ist er ungefähr? Wäre es möglich, dass wir von Ihnen eine Telefonnummer bekommen könnten, um in der nächsten Woche mit Herbert und Ihnen in Kontakt zu treten? Wir sind ganz neugierig und fänden es toll, wenn Herbert bei der Aktion "Hamburg sucht das Supertier" mitmachen würde.
Eine Rückmeldung ist per mail oder per Telefon unter 040-41 442 xxx möglich.
Mit "tierischen" Grüßen
Patricia T....

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Mittwoch, 18. Januar 2023

Ton in Ton

Eine Frau sitzt in einem vorwiegend in rötlich warmen Tönen gehaltenen, sehr geschmackvoll eingerichteten Zimmer an ihrem Schreibtisch. Sie trägt einen knallroten Hosenanzug und einen Kopfschmuck, der aus vielen kleinen kunstvoll zu einem Kranz arrangierten Tomaten besteht, die im Ton genau zu ihren wundervollen Haaren passen. Ein seidenes Halstuch in der gleichen Farbe vervollständigt auf das Vorteilhafteste ihre elegante Erscheinung.
Sie blickt versonnen auf ein Bild, das in einem roten Rahmen ihr genau gegenüber an der Wand hängt. Es zeigt ein junges Pärchen bei einer ausgesprochen lustvollen Beschäftigung. Auch das Ergebnis dieser eifrigen Bemühungen ist schon zu sehen. Die natürlich handsignierte Fotoserie trägt den aussagekräftigen Titel: „Auch Tomaten können es!“ und ist natürlich auch auf der Homepage des Künstlers unter: www.fredlang.de zu bewundern. Es gilt als das wohl bedeutendste Werk aus der inzwischen von Sammlern hoch geschätzten so genannten „Roten Periode“ des weltberühmten Lichtbildners Fred Lang, bevor er dann in die bei intimen Kennern seines Schaffens nicht mehr ganz so beliebte „Blaue Periode“ wechselte.
Gerade hat sie das sehr humorvolle, aber auch nachdenklich stimmende Buch: „Von Mäusen, Menschen und anderem Getier“ dieses vielseitigen Fotografen und Schriftstellers zu Ende gelesen und findet, dass es eine wertvolle Bereicherung ihrer allerdings noch im Aufbau befindlichen Sammlung zeitgenössischer Literatur ist.

Dienstag, 3. Januar 2023

Meine eigene Homepaitsch

Wer heutzutage noch keine eigene Homepaitsch hat, der weiß gar nicht was ihm da alles entgeht. Ich wollte es endlich wissen und habe mir eine zugelegt. Es ist wirklich ganz einfach. Bei irgend einem Anbieter eine so genannte Domain gegen eine geringe Gebühr anmelden und schon ist man stolzer Besitzer einer eigenen Homepaitsch. Jetzt muss nur noch der ganze Krempel ins WeltWeitWeb gestellt werden. Das geht ganz leicht - und schwupp ist man drin!
Endlich können Millionen von Menschen auf der ganzen Welt mein originelles Selbstporträt bewundern und die vielen anderen schönen Fotos, die ich in den letzten Jahren gemacht habe. Auch die neue Frisur meiner Frau wird bestimmt viele Besucher beeindrucken und in unserem Gästebuch können sie sich mit einem mehr oder weniger witzigen Spruch verewigen.

Murkel, unser eitler Kater, hat übrigens schon viele E-Mails von begeisterten Katzenliebhaberinnen bekommen. Ich lese sie ihm immer gleich vor und er schnurrt dann vor lauter Freude ganz doll.
Ich kriege leider nicht so viel Post wie er, und daher werde ich beim nächsten Apdait mein Foto gegen das seine austauschen. Ob das jemand auffällt?

Freitag, 23. Dezember 2022

Schweinische Herzen

Schon lange ist bekannt, dass aus medizinischer Sicht das schweinische Herz dem menschlichen Organ sehr ähnlich ist. Amerikanische Wissenschaftler eines Biotech-Unternehmens haben vor einiger Zeit einige Schweine geklont. Den Tieren fehlen jetzt bestimmte Antigene, die vom menschlichen Immunsystem bei Organtransplantationen besonders heftig abgestoßen werden. Dies war übrigens eine wichtige Voraussetzung für eine Transplantation und die allererste dieser Art verlief zunächst auch erfolgreich. Der Patient verstarb dann aber nach relativ kurzer Zeit.
Die Bundesärztekammer (BÄK) erwartet trotzdem, dass künftig öfter Schweineherzen in kranke Menschen verpflanzt werden können.

 
Warum eigentlich nicht auch umgekehrt? Die Frage ist doch erlaubt, aus welchen ethischen Gründen man einem armen herzkranken Schwein das lebensrettende menschliche Gegenstück nicht implantieren sollte. Zumal schweinische Menschen sowieso schon ideale Voraussetzungen erfüllen und so wenigstens einmal etwas Gutes bewirken könnten. Man wird dann allerdings damit rechnen müssen, dass marktwirtschaftlich orientierte Gruppen sich vehement gegen diese humane Idee wenden werden. Ich denke dabei in erster Linie an die Fleischwarenindustrie, die starke Umsatzeinbußen befürchten muss. Wer isst noch Schweinefleisch, wenn in der Brust des Tieres ein menschliches Herz geschlagen hat?
Vegetarier sind wieder einmal fein raus!

Dienstag, 13. Dezember 2022

Humorvolle Kurzgeschichten

 Virtueller Urlaub

Seit einiger Zeit fahren meine Frau und ich nur noch virtuell in den Urlaub. Wir sitzen vor dem Fernsehgerät auf unserem bequemen Sofa und träumen uns weit weg. Unsere Freunde sind schon ganz neidisch, wenn wir erzählen wo wir am Wochenende wieder überall gewesen sind. Und das ganz umsonst! Die Länder Europas kennen wir inzwischen wie unsere kuscheligen Kissen, und auch die anderen fünf Kontinente sind uns so vertraut wie unsere Pantoffeln. Die tragen wir allerdings nicht mehr so oft wie früher. Überhaupt hat unsere Kleidung jetzt ein geradezu sportliches Outfit bekommen. Besuchen wir z. B. die Malediven mit ihrer faszinierenden Unterwasserwelt, haben wir natürlich außer Schwimmflossen und Taucherbrille nichts weiter an. Die Heizung im Wohnzimmer habe ich natürlich vorher voll aufgedreht. Schließlich wollen wir uns ja nicht erkälten. Vorige Woche waren wir für ein Stündchen in der Antarktis bei einer Expedition mit dabei und heilfroh, dass wir auf eine Ausrüstung zurückgreifen konnten, die wir uns einige Wochen zuvor für einen Ausflug zum Nordkap besorgt hatten. Ich brauchte also nur noch unsere beiden Tiefkühlschränke im Wohnzimmer aufzustellen. Da drin war es allerdings etwas ungemütlich, aber so konnten wir die drangvolle Enge in den Expeditionscontainern sehr gut am eigenen Leibe nachvollziehen. Übermorgen steht die Besteigung der Eiger-Nordwand auf unserem Programm. Meine Frau meint aber, dies wäre ihr vielleicht doch etwas zu sportlich. Wir sollten daher lieber ins Alte Land an der Unterelbe bei Hamburg fahren und endlich die schönen Äpfel probieren, die es dort reichlich geben soll. Nicht umsonst, dafür aber echt!

Donnerstag, 1. Dezember 2022

Stille Nacht, niemand kracht - die etwas andere Weihnachtsgeschichte

Advent, Advent! Kranz und Kerzenlichter. Besinnliche Stunden im Kreis der Lieben. In wenigen Wochen ist wieder Weihnachten. Das Fest des Friedens und der Liebe, aber auch der Geschenke. Vor allem der Geschenke! Für die Kinder, die Oma und den Opa, die Tanten und die Onkel. Für die Freunde.
Ich weiß auch schon ganz genau, was ich mir selbst wünsche: Geräusche. Ja, Sie haben richtig gelesen, aber ich muß das wohl erklären. Wer kennt sie nicht, die spontanen und nicht immer ganz feinen Töne des Lebensgefährten: Beim Essen und Trinken, beim Lieben und beim Schlafen. Ich habe mich daran gewöhnt. Meine Partnerin offenbar nicht. Sie ist auf und davon. Nun herrscht sausende Stille. Ich bin allein und fühle mich deprimiert. Niemand schmatzt, schlabbert und rülpst. Keiner jauchzt oder schnarcht. Nicht auszuhalten!
Doch bald gibt es Abhilfe: Sie ist rund, aber nicht dick. Hat man sie einmal bezahlt, steht sie jederzeit zur Verfügung. Immer wieder. Fast eine Stunde lang gibt sie ihr Bestes, um auch den Anspruchsvollsten zufrieden zu stellen.
Es handelt sich um eine CD für einsame Singles mit einer großen Auswahl an vertrauten Tönen vergangener Zweisamkeit.
Der passende Titel lautet: "Nie mehr allein!"
Und das Schönste: Man kann sie jederzeit abschalten.
 
Nachtrag
Wann es die CD zu kaufen gibt und was sie kostet, ist noch nicht bekannt.


Freitag, 11. November 2022

Eine ganz besondere Blog-Suchmaschine

Ja, Dr. Schräg am Apparat!

Anrufer: Guten Tag, Herr Doktor!

Dr. Schräg: Guten Tag! Wie kann ich Ihnen helfen?

Anrufer: Ja, also ... also ich bin derjenige mit der eigenen Hompaitsch ...  Sie haben mir damals geraten, dass ich bei den Angaben über mich immer bei der Wahrheit bleiben soll.

Dr. Schräg: Ja, jetzt erinnere ich mich. Als schon etwas älterer Alleinstehender mit eigener Homepage hofften Sie darauf, mehr Chancen bei Frauen zu haben. Sind Sie meinem Rat gefolgt?

Anrufer: Natürlich, Herr Doktor. So richtig gefunkt hat es bisher aber noch nicht und deshalb hat mir mein Sohn noch zusätzlich einen Block oder wie das heißt eingerichtet.

Dr. Schräg: Sie meinen ein Blog.

Anrufer: Ja, ich schreibe darin etwas über mich, z.B. was ich für ein toller Hecht bin, und die Frauen können mir dann ganz direktemang Fragen stellen und überhaupt ...

Dr. Schräg: Und überhaupt?

Anrufer: Also, man kann doch mit einem Block viel mehr machen als mit einer Hompaitsch. Vielleicht wird das dann endlich mal was. Ich will doch ab und zu ein bisschen Spaß haben und ich bin ja wirklich noch ganz rüstig - auch da unten!

Dr. Schräg: Ach, so ist das. Ich verstehe. Was kann ich denn jetzt konkret für Sie tun?

Dienstag, 8. November 2022

Geschwellte Brüste

Eine Literaturseite im Internet (Auszug):

... Ende des vorigen Jahrhunderts erblickte ich das Licht dieser Welt und darf jetzt mit Stolz geschwellter Brust behaupten schon 24 Jahre Lebenserfahrung vorweisen zu können. Ich habe mittlerweile eine gewisse Liebe zur Rechtschreibung entwickelt, Fehler aller Art sind mir ein Graus. Lasst euch deshalb nicht abschrecken, wenn schon mal längere Listen mit Korrekturvorschlägen unter euren Storys erscheinen, ich will euch nicht mobben, sondern nur die deutsche Sprache pflegen.
Konstruktive (!) Kommentare sind mir immer willkommen ...
T.
(xyz@gmx.de)
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Von: Fred Lang
An: xyz@gmx.de
Gesendet: Samstag, 5. November 2022 15:46
Betreff: Rechtschreibfehler


Liebe T,
ich hoffe, du bist mir nicht böse, wenn ich dich auf einen Rechtschreibfehler in deiner Vita aufmerksam mache. Bei deinem hohen Anspruch, den ich übrigens sehr lobenswert und nachahmenswert finde, ist dies sicher auch in deinem Sinne.
 
Zitat:
"… und darf jetzt mit Stolz geschwellter Brust behaupten …"
Falsch:  "mit Stolz geschwellter Brust"
Richtig: "mit stolz geschwellter Brust"
 
Das Wort "stolz" ist in diesem Fall ein Adjektiv und kein Substantiv!
Viele Grüße
Fred
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Von: xyz@gnx.de
An: fred.lang.info@web.de
Gesendet: Samstag, 5. November 2022 16:30
Betreff: Re: Rechtschreibfehler


Hallo Fred,
danke für die Korrektur, da hast du wohl vollkommen recht. Ich achte sehr auf Rechtschreibung, aber ich denke, in meinen jungen Jahren ist es noch verzeihlich, auch mal einen Fehler zu machen. Alternativ hätte ich wohl schreiben können: "mit von Stolz geschwellter Brust". Werde das auf jeden Fall ausbessern.
LG
T.
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Von: Fred Lang
An: xyz@gmx.de
Gesendet: Samstag, 5. November 2022 17:24
Betreff: Re: Re: Rechtschreibfehler


Liebe T.,
freut mich, dass du meine Kritik so positiv aufnimmst. Übrigens ist es auch in reiferen Jahren verzeihlich, mal einen kleinen Fehler zu begehen. Man sollte ihn aber nach Möglichkeit wieder gut machen. Leider muss ich dich jetzt schon wieder korrigieren.

Falsch: "mit von Stolz geschwellter Brust"
Richtig: "mit vor Stolz geschwellter Brust"

So langsam wird das mit den geschwellten Brüsten richtig lustig, findest du nicht auch?
LG
Fred
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Bisher habe ich noch keine Antwort erhalten.
Mein Fazit: Mit Humor soll man nicht spaßen.